Fachhochschulrat
Der Fachhochschulrat ist das oberste Organ der Zürcher Fachhochschule. Er ist für die strategische Führung der Hochschulen zuständig. Seine Aufgaben und Kompetenzen sind im Fachhochschulgesetz vom 2. April 2007 (insbesondere § 10) geregelt.
Er setzt sich aus dem für das Bildungswesen zuständigen Mitglied des Regierungsrates und sechs bis acht vom Regierungsrat mit Genehmigung des Kantonsrates gewählten Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft, Sozialwesen und Politik zusammen. Die Amtsdauer der gewählten Mitglieder beträgt vier Jahre. Wiederwahl ist zweimal möglich.
Der Fachhochschulrat wird von der Bildungsdirektorin geleitet. An den Sitzungen nehmen neben den gewählten Mitgliedern mit beratender Stimme die Rektoren der staatlichen Hochschulen, je eine Vertreterin oder ein Vertreter der Studierenden, der Dozierenden und des übrigen Hochschulpersonals sowie der Leiter des Hochschulamtes teil.
Mitglieder

Regine Aeppli
«Die Zürcher Fachhochschule hat zu einem Ausbau und einer Aufwertung des Hochschulstandortes Zürich geführt. Durch praxisbezogene Studiengänge und anwendungsorientierte Forschung bildet die Fachhochschule eine sinnvolle und notwendige Konkurrenz zur klassischen Universität. Nach den Jahren des Aufbaus gilt es jetzt für die Fachhochschule Kompetenzzentren zu schaffen, die auf Zusammenarbeit und Partnerschaft mit der Universität und der ETH Zürich ausgerichtet sind.»
Lebenslauf
Regierungsrätin Regine Aeppli wurde 1952 geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Zürich, das sie mit dem Lizentiat abschloss, erwarb sie 1982 das Anwaltspatent. Von 1986 an arbeitete Regine Aeppli als selbständige Rechtsanwältin und war seit 1995 Stellvertreterin des Ombudmannes des Kantons Zürich. Von 1987 bis 1996 war Regine Aeppli Mitglied des Kantonsrates und von 1995 bis 2003 des Nationalrates und dort Mitglied der Kommission für Rechtsfragen sowie der Staatspolitischen Kommission. Bis zu ihrer Wahl in den Regierungsrat 2003 war sie zudem Präsidentin des Schweizerischen Arbeiterhilfswerks SAH sowie der Agentur für erneuerbare Energien und Energieeffizienz AEE.
Michel Baumgartner
«Die Hochschulen der Zürcher Fachhochschule geniessen zu Recht weit über die Kantonsgrenzen hinweg einen hervorragenden Ruf. Sie haben sich in den letzten Jahren als praxisorientierte Bildungsstätten etabliert, die den rauen wirtschaftlichen Gegebenheiten stets mit Bravour begegnen. Die ständig steigenden Studierendenzahlen, aber auch das jährlich wachsende Studienangebot beweisen dies eindrücklich. Die in der ZFH zusammengeschlossenen höchst unterschiedlichen Hochschulen bilden eine der tragenden Säulen des Bildungskantons Zürich.»
Lebenslauf
Geboren 1949, erwarb Michel Baumgartner 1969 den eidgenössischen Fähigkeitsausweis als Schriftsetzer und nach einer weiteren Lehrzeit 1972 den eidgenössischen Fähigkeitsausweis als Grafiker. Seit 1973 ist er als selbständiger Grafiker tätig und besitzt eine Agentur für Grafik, Werbung und Kommunikation. Von 1995 bis 2003 war Michel Baumgartner im Kantonsrat und dort Mitglied der Kommission für Bildung und Kultur sowie zahlreicher bildungspolitischer Spezialkommissionen.
Meret Ernst
«Fertigungsprozesse studieren? Pflegen? Konstruieren? Unterrichten? Gestalten? Unternehmen leiten? Für alle diese und noch viel mehr Berufswünsche weist die Zürcher Fachhochschule einen Weg. Ihr Angebot – praxisnah und theoriegeleitet, fundiert und spezialisiert – spricht Studierende an, die mehr als eine berufliche Qualifikation wollen. Sondern eine Ausbildung, die zukunftsoffen vermittelt, was langfristig gültig ist: fachliches und transdisziplinäres Knowhow, soziale Kompetenz, Selbstkompetenz. Eine wachsende Zahl junger Menschen wollen dort studieren, wo sie auf fähige Dozierende treffen, die gerne tun, was sie tun, weil sie einen attraktiven Arbeitgeber haben – an Schulen, die ihre Angebote unablässig auf Qualität, gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Relevanz hin überprüfen und weiterentwickeln.»
Lebenslauf
Dr. phil. Meret Ernst wurde 1966 geboren. Nach dem Studium der Kunstgeschichte, Filmwissenschaft und Publizistik an der Universität Zürich arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Ausstellungskuratorin am Museum für Gestaltung Zürich. 1999 bis 2002 folgten Konzeption und Umsetzung der Ausstellung «Strangers in Paradise» für die Migros an der Expo.02 in Biel zusammen mit Christoph Stratenwerth, Projektleiter, und Michel Schaltenbrand, Szenografie. Seit 1996 schreibt Meret Ernst über Design, visuelle Kommunikation, Kino, Kunst und übernahm Lehraufträge am Seminar für Filmwissenschaft der Universität Zürich, an der Schule für Gestaltung Bern und Biel und an mehreren Fachhochschulen (ZHdK bzw. frühere HGK Zürich, FHNW, HSLU). Seit 2003 leitet sie die Redaktion für Kultur und Design bei der Zeitschrift Hochparterre. Sie ist seit 2005 Vorstandsmitglied der Swiss Design Association SDA, seit 2007 Stiftungsrätin Stapferhaus Lenzburg. Meret Ernst ist als Design-Expertin in zahlreichen Jurys vertreten.
Gabi Hildesheimer
«Der Zürcher Wirtschaftsstandort ist auf bestens ausgebildete Berufsleute angewiesen. Das war schon immer so. Im härter werdenden Wettbewerb in Zeiten der Globalisierung hat diese Forderung jedoch an Bedeutung gewonnen. Gleichzeitig befinden wir uns mitten in einer Neuorientierung der Wirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit – diese Herausforderung kann als Chance genutzt werden. Dafür sind bei den jungen Berufsleuten zusätzliche Qualitäten gefordert – neben Flexibilität und der Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen, auch Kreativität gekoppelt mit einem Sinn für das Machbare. Insbesondere die technologieorientierten Fachhochschulen können dabei einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung unserer Wirtschaft leisten.»
Lebenslauf
Geboren 1956 studierte Gabi Hildesheimer an der Universität Zürich Biologie. Als Werkstudentin arbeitete sie während vier Jahren an der damaligen Kunstgewerbeschule Zürich als Assistentin an der Weiterbildungsklasse Visuelle Gestaltung. Während gut zehn Jahren war sie in der Umweltberatung tätig, wo sie unter anderem die Expo 02 und den Flughafen Zürich beriet. Seit 1997 ist sie Geschäftsleiterin der Öbu, dem Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften. Dieses unterstützt Schweizer Unternehmen auf dem Weg in das nachhaltige Wirtschaften. Daneben hat Gabi Hildesheimer diverse Mandate wie im beratenden Organ des Bundesrats für Klimaänderung (OcCC) oder im Verwaltungsrat der Umweltarena.
Urs Hofmann
«Die Fachhochschulen sind ideale Ausbildungsstätten für Personen, die gerne kombinieren. Sie sind mittlerweile zum einem Rückgrat für die Industrie, Wirtschaft und Gesellschaft geworden. Der Aufbau des Studiums auf einer Lehre mit Berufsmaturität und erste praktische Erfahrungen im Erwerbsleben der Studentinnen und Studenten sowie die Kombination von anwendungsorientierter Forschung und solider wissenschaftlicher Basis im Unterricht haben sie zum Erfolgsmodell gemacht! Dies gilt es zu wahren und gleichzeitig weiterzuentwickeln.»
Lebenslauf
Urs Hofmann, geboren 1949, absolvierte von 1974 bis 1977 die Höhere Wirtschafts- und Verwaltungsschule in Zürich (Betriebskönom HWV, Fachrichtung Marketing/Verkauf). Während des Studiums war er Mitglied der Aufsichtskommission der HWV.
1978 begann er seine Laufbahn im Personalbereich in der SKA (heutige Credit Suisse) in Zürich. Vorerst war er in nationalen Funktionen, dann in internationalen Funktionen (Global Head HR); 2003 bis 2006 gründete und leitete er die „Credit Suisse Business School“ in der weltweit alle Ausbildungs- und Entwicklungsaktivitäten zusammengefasst sind.
2007 übertrug er die Leitung seinem Nachfolger, amtete aber noch bis Juni 2009 als Präsident des Advisory Boards der Business School. Heute ist er als selbständiger Berater im Bereich „Learning and Development“ tätig.
Nebenberuflich war er Präsident des Schulrates der Zürcher Hochschule Winterthur (ZHW) und ist seit ca. sechs Jahren in internationalen Akkreditierungsagenturen für Hochschulen und Bachelor- und Masterprogramme tätig. Zudem engagiert er sich in der höheren Berufsbildung (Präsident Trägerschaft der Höheren Berufsprüfungen in Human Resources und Präsident von Dual Stark, dem Dachverband für Berufs- und höhere Berufsprüfungen).
Jürgen Oelkers
«Die Zürcher Fachhochschule bildet ein wesentliches Element des Bildungsangebots im Kanton Zürich und darüber hinaus. Die Entwicklung der Fachhochschulen in der Schweiz ist eine Erfolgsgeschichte, die sich auch im internationalen Vergleich sehen lassen kann. Das gilt gleichermassen für die Aus- und Weiterbildung wie für die Forschung. Das Spektrum der Fächer und Bildungsangebote innerhalb der ZFH ist beeindruckend und stellt alleine schon ein Qualitätsmerkmal dar. Neben den Universitäten ist ein zweiter Bereich qualitativ hochstehender Ausbildung und Forschung entstanden, der das Angebot auf der Tertiärstufe sinnvoll abrundet. Es wird darauf ankommen, diesen Spitzenplatz zu halten und weiterzuentwickeln. Die unterschiedlichen Ausrichtungen der Teilschulen stellen eine grosse Chance dar. Das Angebot ist für Studierende hoch attraktiv und sollte weiter marktgerecht entwickelt werden.»
Lebenslauf
Prof. Dr. Jürgen Oelkers, geboren 1947, absolvierte an der Universität Hamburg ein Studium der Erziehungswissenschaft, Germanistik und Geschichte. Er erwarb 1973 das Lehrpatent für Haupt- und Realschulen und promovierte 1975 zum Dr. phil. in Erziehungswissenschaften. Nach einer Assistenzzeit an der damaligen Pädagogischen Hochschule Rheinland / Abteilung Köln war er Professor für Allgemeine Pädagogik, zunächst an der Universität Lüneburg, wo er von 1983 bis 1985 als Rektor amtete, und ab 1987 an der Universität Bern. Seit März 1999 ist er ordentlicher Professor für Allgemeine Pädagogik an der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich. Von den zahlreichen zusätzlichen Funktionen, die Prof. Jürgen Oelkers innehatte bzw. heute ausübt, sind insbesondere das Präsidium des Schulrates der Pädagogischen Hochschule Zürich (2002 bis 2008) und die Mitgliedschaft im Bildungsrat des Kantons Zürich (1999 bis 2011) zu erwähnen.
Louis Schlapbach
«Die technologieorientierten Fachhochschulen entwickeln Profile in Unterricht und Forschung & Entwicklung, die sich klar von denjenigen der natur- und ingenieurwissenschaftlichen Profile der Universitäten und der beiden ETH unterscheiden. Für den Unterricht ergeben die Randbedingungen den klaren Unterschied: Anschluss an die Berufslehre/Berufsmatura gegenüber Anschluss an Matura mit strengeren Anforderungen an Abstraktionsvermögen und mathematische Fähigkeiten.
In Forschung & Entwicklung sind die Unterschiede mit den beidseitigen Vorteilen zu wenig klar: universitäre Institutionen wollen nicht auf Entwicklungsarbeiten verzichten, mit wenig entwickelter Kontinuität im Fachhochschul-Mittelbau sind schnelle Lösungen für KMU-Entwicklungsschritte noch Ausnahmen. Für Studierende sind die Anforderungen zum Wechsel von einem in das andere System – in beiden Richtungen - zur Sicherung der spezifischen Qualität klar einzuhalten. In Forschung & Entwicklung bleibt vieles zu verbessern, auch die gegenseitige Achtung.»
Lebenslauf
Prof. Dr. Louis Schlapbach wurde 1944 geboren. Er absolvierte an der ETH Zürich (ETHZ) ein Studium in Experimenteller Physik, das er mit dem Doktorat abschloss. Nach einer Tätigkeit als Postdoktorand in Paris kehrte er an die ETHZ zurück. Von 1988 bis 2001 war er ordentlicher Professor für Experimentelle Physik an der Universität Freiburg. Seither ist er Direktor der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa. Zudem ist er als ordentlicher Professor für Physik an der ETHZ tätig.
Von 1997 bis 2004 war Louis Schlapbach Mitglied des Schweizerischen Nationalfonds. Weiterhin Mitglied ist er bei der Kommission für Technik und Innovation (Expertenteam), bei der Eidgenössischen Energieforschungskommission und der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften. Zudem ist Louis Schlapbach Mitglied im Wissenschaftsrat von verschiedenen weiteren Institutionen.
Das Aktuariat trifft die organisatorischen und administrativen Massnahmen zur Vorbereitung und Erledigung der Geschäfte des Fachhochschulrates. Es wird vom Hochschulamt geführt.
Kontaktadresse
Zürcher Fachhochschule
Aktuariat
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